Dysgraphie bei Kindern: Anzeichen, Handschrift & kostenlose Checkliste

Kind übt Handschrift und hat Schwierigkeiten beim Schreiben mit dem Stift

Hat dein Kind deutlich mehr Schwierigkeiten mit der Handschrift als andere Kinder?

Vielleicht ist die Handschrift deines Kindes nur schwer lesbar, obwohl es sich große Mühe gibt.

Vielleicht schreibt es sehr langsam, hält den Stift stark angespannt oder die Hand wird beim Schreiben schnell müde.

Oder du beobachtest, dass Buchstaben sehr unterschiedlich groß werden, Abstände schwer einzuhalten sind oder längere Schreibaufgaben zunehmend anstrengend werden.

Gerade beim Schreibenlernen sind ungleichmäßige Buchstaben, langsames Schreiben und häufiges Verbessern zunächst normal.

Wenn Schwierigkeiten mit der Handschrift oder Schreibmotorik jedoch über längere Zeit deutlich bestehen bleiben und Schule oder Alltag beeinträchtigen, kann es sinnvoll sein, genauer hinzusehen.

Solche Schwierigkeiten werden häufig mit Begriffen wie Dysgraphie oder graphomotorische Schwierigkeiten beschrieben.

Auf dieser Seite erfährst du, welche Auffälligkeiten auftreten können, wie sich Schwierigkeiten mit der Handschrift im Schulalltag zeigen und wann eine fachliche Abklärung sinnvoll sein kann.

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  • Dysgraphie, Schreibstörung oder LRS?

  • Mögliche Anzeichen

  • Frühe Auffälligkeiten

  • Dysgraphie in der Schule

  • Nachteilsausgleich bei Schreibproblemen

  • Was kann zu Hause helfen?

  • Linkshändigkeit und Schreiben

  • Wie werden anhaltende Schreibprobleme abgeklärt

Was bedeutet Dysgraphie?

Der Begriff Dysgraphie wird nicht überall einheitlich verwendet.

Auf dieser Seite verwenden wir ihn für anhaltende Schwierigkeiten mit der Handschrift und Schreibmotorik.

Dabei kann es einem Kind beispielsweise schwerfallen, Buchstaben flüssig und lesbar zu formen, angemessene Abstände einzuhalten oder über längere Zeit in einem geeigneten Tempo mit der Hand zu schreiben.

In der deutschen ICD 10 GM gibt es die Diagnose „Umschriebene Entwicklungsstörung der Fein und Graphomotorik“ (F82.1). Dabei können Schwierigkeiten auftreten, feine Bewegungen zu erlernen und Bewegungen genau aufeinander abzustimmen. Das kann sich unter anderem beim Halten eines Stiftes, Malen oder Schreiben zeigen.

Nicht jedes Kind mit einer unordentlichen oder langsamen Handschrift hat jedoch eine Entwicklungsstörung.

Die Handschrift entwickelt sich über viele Jahre und unterscheidet sich von Kind zu Kind. Deshalb sollte nicht ein einzelnes Schriftmerkmal betrachtet werden, sondern das gesamte Muster der Schwierigkeiten und deren Auswirkungen auf Schule und Alltag.

Dysgraphie, Schreibstörung oder LRS?

Diese Begriffe sollten nicht gleichgesetzt werden.

Bei graphomotorischen Schwierigkeiten stehen die Bewegungsabläufe beim Schreiben und die Handschrift im Vordergrund.

Eine Lese Rechtschreib Störung oder Rechtschreibstörung betrifft dagegen andere Bereiche des Schriftspracherwerbs, insbesondere Lesen und Rechtschreibung.

Ein Kind kann deshalb eine gut lesbare Handschrift haben und trotzdem große Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung haben.

Umgekehrt kann ein Kind Wörter richtig schreiben, aber große Schwierigkeiten damit haben, diese flüssig und lesbar mit der Hand zu Papier zu bringen.

Schwierigkeiten in beiden Bereichen können auch gemeinsam auftreten.

Auf dieser Seite und in der kostenlosen Checkliste geht es deshalb bewusst vor allem um Handschrift, Schreibbewegung und Schreibmotorik.

Mögliche Anzeichen in der Handschrift

Beim Schreibenlernen sind ungleichmäßige Buchstaben zunächst normal.

Mit zunehmender Übung sollte das Schreiben jedoch schrittweise sicherer und flüssiger werden.

Vielleicht beobachtest du bei deinem Kind häufiger:

• Buchstaben sind trotz großer Anstrengung schwer lesbar
• Buchstabengröße oder Buchstabenform wechseln stark
• Abstände zwischen Buchstaben oder Wörtern sind sehr unregelmäßig
• das Schreiben auf einer Linie fällt schwer
• Buchstaben werden häufig neu angesetzt oder korrigiert
• einzelne Buchstaben werden sehr unterschiedlich geformt
• Schreibbewegungen wirken langsam oder stockend
• die Handschrift wird bei längeren Aufgaben zunehmend schwer lesbar

Keiner dieser Punkte allein bedeutet, dass eine Dysgraphie oder eine Störung der Fein und Graphomotorik vorliegt.

Wichtiger ist, ob Schwierigkeiten deutlich ausgeprägt sind, über längere Zeit bestehen und das Schreiben im Alltag oder in der Schule beeinträchtigen.

Schreibtempo und Ausdauer

Bei Schwierigkeiten mit der Schreibmotorik kann nicht nur die Lesbarkeit betroffen sein.

Auch der Schreibvorgang selbst kann ungewöhnlich viel Zeit oder Anstrengung benötigen.

Vielleicht fällt dir auf, dass dein Kind:

• deutlich langsamer schreibt als Kinder mit vergleichbarer Schreiberfahrung
• beim Abschreiben nur schwer mithalten kann
• schriftliche Aufgaben häufig nicht in der vorgesehenen Zeit beendet
• beim Schreiben viele Pausen benötigt
• nach kurzer Zeit über eine müde Hand klagt
• bei längeren Aufgaben zunehmend langsamer schreibt
• bei längeren Aufgaben zunehmend unleserlicher schreibt
• sehr viel Aufmerksamkeit für die Form einzelner Buchstaben benötigt

Dabei sollte immer berücksichtigt werden, wie alt dein Kind ist und wie lange es bereits schreiben lernt.

Ein Kind, das gerade erst mit dem Schreiben begonnen hat, darf langsam und noch wenig automatisiert schreiben.

Stifthaltung und Schreibmotorik

Handschreiben besteht aus vielen fein abgestimmten Bewegungen.

Mit zunehmender Erfahrung werden diese Bewegungsabläufe normalerweise immer vertrauter und flüssiger.

Vielleicht beobachtest du:

• dein Kind hält den Stift beim Schreiben häufig sehr angespannt oder verkrampft
• es drückt ungewöhnlich stark mit dem Stift auf das Papier
• Hand oder Handgelenk wirken beim Schreiben stark angespannt
• Schreibbewegungen wirken häufig stockend
• der Stift wird sehr häufig neu angesetzt
• dein Kind benötigt viel Aufmerksamkeit, um einzelne Buchstaben zu formen
• die Hand ermüdet beim Schreiben schnell
• dein Kind berichtet regelmäßig über Schmerzen oder starke Anspannung beim Schreiben

Die KMK nennt bei der Entwicklung des Handschreibens unter anderem Lesbarkeit, Flüssigkeit und die individuelle Schriftentwicklung als wichtige Aspekte. Für Kinder mit ausgeprägten motorischen Problemen wird außerdem ein individueller Nachteilsausgleich genannt.

Gibt es eine richtige Stifthaltung?

Nicht jedes Kind muss den Stift exakt gleich halten.

Entscheidend ist vor allem, ob dein Kind mit seiner Stifthaltung funktionell schreiben kann und die Haltung das Schreiben nicht deutlich erschwert.

Ein ungewöhnlich aussehender Stiftgriff allein bedeutet deshalb nicht, dass eine Dysgraphie oder eine Entwicklungsstörung vorliegt.

Wenn dein Kind jedoch stark verkrampft schreibt, regelmäßig Schmerzen hat oder die Stiftführung das Schreiben deutlich beeinträchtigt, sollte genauer hingesehen werden.

Frühe Auffälligkeiten vor der Schule

Bereits vor der Einschulung entwickeln Kinder Fähigkeiten, die später beim Schreiben wichtig werden.

Dazu gehören zum Beispiel:

• Malen und Zeichnen
• feinmotorische Bewegungen der Hände und Finger
• Auge Hand Koordination
• Umgang mit Stiften und Scheren
• Nachzeichnen einfacher Formen und Linien
• koordinierte Bewegungen beim Basteln und Gestalten

Große Schwierigkeiten in diesen Bereichen können ein Grund sein, die Entwicklung genauer zu beobachten.

Sie erlauben jedoch keine Diagnose einer Dysgraphie.

Kinder entwickeln ihre feinmotorischen Fähigkeiten unterschiedlich schnell. Ein Kind, das im Kindergarten wenig malt oder noch unsicher mit einem Stift umgeht, hat deshalb nicht automatisch eine Entwicklungsstörung.

Dysgraphie in der Schule

Schwierigkeiten mit der Handschrift können besonders auffallen, wenn die Schreibmenge in der Schule zunimmt.

Vielleicht beobachten du oder die Lehrkraft, dass dein Kind:

• beim Abschreiben nur schwer mitkommt
• deutlich länger für handschriftliche Aufgaben benötigt
• Aufgaben aufgrund des langsamen Schreibens nicht vollständig bearbeiten kann
• sehr viel Aufmerksamkeit auf die Bildung einzelner Buchstaben richten muss
• längere handschriftliche Aufgaben vermeidet
• bei längeren Schreibaufgaben zunehmend ermüdet
• unter Zeitdruck deutlich unleserlicher schreibt
• bei Schreibaufgaben schnell frustriert ist

Frustration oder das Vermeiden von Schreibaufgaben sind für sich allein kein Hinweis auf Dysgraphie.

Sie können jedoch entstehen, wenn Handschreiben über längere Zeit besonders anstrengend ist.

Nachteilsausgleich bei Dysgraphie und motorischen Schreibproblemen

Bei ausgeprägten motorischen Schwierigkeiten kann ein individueller Nachteilsausgleich in der Schule infrage kommen.

Die Kultusministerkonferenz nennt in ihrer Vereinbarung zur Arbeit in der Grundschule ausdrücklich ein individuelles Angebot eines Nachteilsausgleichs für Schülerinnen und Schüler mit ausgeprägten motorischen Problemen. Auch digitales Schreiben wird dort als Bestandteil eines zeitgemäßen Schreibunterrichts genannt.

Ein Nachteilsausgleich soll eine bestehende Beeinträchtigung ausgleichen, ohne automatisch die fachlichen Anforderungen zu reduzieren.

Welche Maßnahmen für dein Kind tatsächlich möglich sind, hängt vom Einzelfall und den jeweils geltenden schulischen Regelungen ab.

Je nach Situation können beispielsweise Anpassungen der Bearbeitungsbedingungen, geeignete Arbeitsmaterialien oder technische Hilfsmittel geprüft werden.

Sprich deshalb mit der Lehrkraft oder Schule darüber, welche Unterstützung für dein Kind sinnvoll und nach den geltenden Regelungen möglich ist.

→ Weitere Informationen zum Nachteilsausgleich

Was kann in der Schule helfen?

Nicht jedes Kind mit Schreibproblemen benötigt dieselbe Unterstützung.

Hilfreich ist zunächst herauszufinden, welcher Teil des Schreibens besonders schwierig ist.

Je nach Kind können zum Beispiel hilfreich sein:

• ausreichend Platz zum Schreiben
• eine geeignete Lineatur
• passende Schreibgeräte
• eine angenehme Sitz und Schreibposition
• kurze und gezielte Schreibübungen
• ausreichend Zeit zum Aufbau einer flüssigen Handschrift
• Pausen bei längeren Schreibaufgaben
• Möglichkeiten zum digitalen Schreiben, wenn dies im jeweiligen schulischen Rahmen sinnvoll ist

Das Ziel sollte nicht darin bestehen, dass jedes Kind exakt dieselbe Handschrift entwickelt.

Wichtiger sind eine ausreichend lesbare und zunehmend flüssige Schrift sowie ein Schreibvorgang, der das Kind nicht unnötig belastet.

Was kann zu Hause helfen?

Kurze Übungen statt langer Schreibblöcke

Wenn Schreiben bereits anstrengend ist, können lange zusätzliche Übungseinheiten schnell zu Frust führen.

Kurze und regelmäßige Übungen können angenehmer sein als große Mengen zusätzlicher Schreibaufgaben.

Dabei sollte nicht nur darauf geachtet werden, wie schön etwas aussieht, sondern auch darauf, wie flüssig und entspannt dein Kind schreiben kann.

Schreibbewegungen spielerisch üben

Schreib und feinmotorische Bewegungen können auch spielerisch geübt werden.

Dein Kind kann zum Beispiel:

• große Formen oder Buchstaben in die Luft zeichnen
• Linien und Schwünge nachfahren
• auf großen Flächen malen
• einfache Formen nachzeichnen
• malen, schneiden und basteln

Solche Aktivitäten bieten Gelegenheit, feinmotorische Bewegungen zu üben.

Sie ersetzen jedoch keine fachliche Abklärung oder Behandlung, wenn ausgeprägte Schwierigkeiten bestehen.

Einen angenehmen Arbeitsplatz schaffen

Achte darauf, dass dein Kind bequem sitzt und ausreichend Platz für Arm und Papier hat.

Auch die Position des Papiers und das verwendete Schreibgerät können beeinflussen, wie angenehm sich das Schreiben anfühlt.

Verschiedene Stifte können ausprobiert werden, um herauszufinden, womit dein Kind gut zurechtkommt.

Nicht auf einen bestimmten Stiftgriff zwingen

Ein Stiftgriff muss nicht bei jedem Kind identisch aussehen.

Entscheidender ist, ob dein Kind damit funktionell schreiben kann und dabei nicht unnötig stark verkrampft.

Schmerzen ernst nehmen

Regelmäßige Schmerzen beim Schreiben sollten nicht einfach durch zusätzliches Üben übergangen werden.

Wenn dein Kind häufig über Schmerzen, starke Verkrampfungen oder ungewöhnliche Ermüdung beim Schreiben berichtet, sprich darüber mit der Kinderarztpraxis.

Praktische Materialien und Übungen

Zusätzlich zu kurzen Übungen im Alltag können geeignete Materialien dabei helfen, Schreiben und feinmotorische Aktivitäten übersichtlicher und spielerischer zu gestalten.

Wichtig ist, die Übungen an den Entwicklungsstand deines Kindes anzupassen. Materialien zum Üben ersetzen keine fachliche Abklärung oder individuelle Förderung, wenn deutliche oder anhaltende Schwierigkeiten bestehen.

Handschrift Arbeitshefte

Die Handschrift Arbeitshefte von Densing Teaching Method bieten strukturierte Schreibübungen mit zusätzlichem Platz, visuellen Hilfen, Farbcodierungen und Möglichkeiten zum Nachspuren.

Je nach Lernstand können solche Materialien deinem Kind dabei helfen, Buchstabenformen und Schreibbewegungen in kleinen Schritten zu üben.

Dabei sollte nicht möglichst perfektes Schreiben im Mittelpunkt stehen. Wichtiger ist, dass dein Kind in einem passenden Tempo üben kann, ohne unnötigen Druck aufzubauen.

→ Handschrift Arbeitshefte entdecken

Lesen, Schreiben, Sprache und spielerisches Lernen

Das englischsprachige Buch Densing Teaching Method: Reading, Writing, Speech and Language Development enthält praktische Aktivitäten und Ideen für selbstgemachte Lernmaterialien.

Viele der Aktivitäten können an die Interessen deines Kindes angepasst werden. Wenn dein Kind zum Beispiel Tiere, Fahrzeuge oder bestimmte Figuren besonders mag, können diese Interessen in Spiele und Materialien einbezogen werden.

Das kann helfen, Übungssituationen abwechslungsreicher und motivierender zu gestalten.

Das Buch ist derzeit auf Englisch erhältlich, enthält jedoch viele Bilder sowie schrittweise Anleitungen, die die Aktivitäten leicht nachvollziehbar machen.

→ Reading, Writing, Speech and Language Development entdecken

Feinmotorik spielerisch üben

Das Buch Densing Teaching Method: Sensory, Fine Motor and Gross Motor Skills enthält praktische Spiel und Bewegungsideen rund um sensorische Erfahrungen sowie fein und grobmotorische Fähigkeiten.

Dazu gehören Aktivitäten, bei denen Kinder greifen, schneiden, formen, sortieren, bauen oder andere Bewegungen mit Händen und Fingern ausführen können.

Auch hier können die Interessen des Kindes in die Aktivitäten einbezogen werden, damit das Üben möglichst spielerisch bleibt.

Das Buch ist ebenfalls auf Englisch erhältlich und arbeitet mit Bildern und einfachen Schritt für Schritt Anleitungen.

→ Sensory, Fine Motor and Gross Motor Skills entdecken

Was bei der Auswahl wichtig ist

Nicht jedes Material passt zu jedem Kind.

Wenn eine Übung regelmäßig Schmerzen verursacht, dein Kind stark verkrampft oder zu deutlichem Frust führt, sollte nicht einfach mit mehr Wiederholungen weitergemacht werden.

Beobachte stattdessen, welcher Teil der Aufgabe schwierig ist, und passe Dauer, Material oder Schwierigkeitsgrad entsprechend an.

Linkshändigkeit und Schreiben

Linkshändigkeit ist keine Störung.

Linkshändige Kinder können jedoch von einer passenden Position des Papiers, des Arbeitsplatzes und der Schreibmaterialien profitieren.

Ein Kind sollte nicht dazu gedrängt werden, mit der nicht bevorzugten Hand zu schreiben.

Wenn dein Kind häufig zwischen beiden Händen wechselt und auch im Vorschulalter keine klare Handpräferenz erkennbar ist, kann es sinnvoll sein, dies mit der Kinderarztpraxis zu besprechen.

Der Deutsche Verband Ergotherapie weist darauf hin, dass bei unklarer Händigkeit eine fachliche Abklärung durch entsprechend spezialisierte Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten möglich ist.

Wie werden anhaltende Schreibprobleme abgeklärt?

Eine Checkliste kann Beobachtungen sammeln, aber keine Dysgraphie oder Entwicklungsstörung diagnostizieren.

Bei anhaltenden und deutlich ausgeprägten Schwierigkeiten kann genauer betrachtet werden:

• wie lesbar die Handschrift ist
• wie flüssig dein Kind schreibt
• wie viel Zeit handschriftliche Aufgaben benötigen
• wie anstrengend das Schreiben für dein Kind ist
• wie sich Fein und Graphomotorik entwickelt haben
• ob Schwierigkeiten auch bei anderen feinmotorischen Tätigkeiten auftreten
• wie stark Schule und Alltag beeinträchtigt sind

Dabei sollte nicht allein anhand einer einzelnen Schriftprobe entschieden werden.

In der deutschen ICD 10 GM gibt es unter F82.1 die Diagnose „Umschriebene Entwicklungsstörung der Fein und Graphomotorik“. Die offizielle Erläuterung nennt unter anderem Schwierigkeiten beim Abstimmen feiner Bewegungen sowie beim Halten eines Stiftes, Malen und Schreiben.

Der Begriff Dysgraphie selbst wird dagegen nicht überall einheitlich verwendet.

An wen kannst du dich wenden?

Eine gute erste Anlaufstelle ist die Kinderarztpraxis.

Dort kannst du besprechen, wie ausgeprägt die Schwierigkeiten sind und ob eine weitere fachliche Abklärung sinnvoll ist.

Auch ein Gespräch mit der Lehrkraft kann helfen. So können Beobachtungen aus Schule und Zuhause miteinander verglichen werden.

Je nach Art und Ursache der Schwierigkeiten können weitere Fachpersonen oder Einrichtungen einbezogen werden.

Bei fein und graphomotorischen Problemen kann je nach Situation beispielsweise auch eine ergotherapeutische Abklärung eine Rolle spielen.

Kann eine Checkliste Dysgraphie erkennen?

Nein.

Eine Checkliste kann dir helfen, Beobachtungen über einen längeren Zeitraum zu sammeln und genauer zu beschreiben.

Du kannst damit zum Beispiel festhalten:

• welche handschriftlichen Aufgaben besonders schwierig sind
• wie lange dein Kind für Aufgaben benötigt
• wann die Handschrift zunehmend schwer lesbar wird
• ob die Hand schnell ermüdet
• ob Schreiben regelmäßig zu Schmerzen oder starker Anspannung führt
• welche Schwierigkeiten sowohl zu Hause als auch in der Schule auftreten

Die Anzahl der angekreuzten Punkte sagt jedoch nicht, ob dein Kind eine Dysgraphie beziehungsweise eine umschriebene Entwicklungsstörung der Fein und Graphomotorik hat.

Es gibt keinen Punktwert dieser Checkliste, ab dem eine solche Diagnose gestellt werden kann.

→ Kostenlose Dysgraphie Checkliste für Kinder als PDF herunterladen

Die Checkliste ist kein Test, kein standardisiertes Screeningverfahren und kein diagnostisches Instrument.

Quellen und weiterführende Informationen

gesund.bund.de / Bundesministerium für Gesundheit
Informationen zum ICD 10 GM Code F82.1 „Umschriebene Entwicklungsstörung der Fein und Graphomotorik“.

Kultusministerkonferenz (KMK)
Informationen zur Entwicklung des Handschreibens, individuellen Schriftentwicklung, Linkshändigkeit und Unterstützung bei ausgeprägten motorischen Schwierigkeiten.

Deutscher Verband Ergotherapie e. V. (DVE)
Weiterführende Informationen zu Händigkeit und ergotherapeutischer Abklärung.

Kann eine Checkliste Dyskalkulie erkennen?

Eine Checkliste kann helfen, Beobachtungen über einen längeren Zeitraum zu sammeln.

Du kannst damit zum Beispiel festhalten:

  • welche mathematischen Bereiche besonders schwierig sind

  • welche Aufgaben dein Kind nur mit viel Hilfe bewältigt

  • ob bestimmte Schwierigkeiten regelmäßig auftreten

  • welche Strategien dein Kind beim Rechnen verwendet

  • ob ähnliche Schwierigkeiten zu Hause und in der Schule auffallen

  • wie sich die Situation über mehrere Wochen entwickelt

Die Anzahl angekreuzter Punkte sagt jedoch nicht, ob dein Kind eine Dyskalkulie hat.

Es gibt keinen Punktwert dieser Checkliste, ab dem eine Rechenstörung festgestellt werden kann. Dafür ist eine fachliche Diagnostik erforderlich.

⬇ Kostenlose Dyskalkulie Checkliste für Kinder herunterladen

Die Checkliste ist kein Test, kein standardisiertes Screeningverfahren und kein diagnostisches Instrument.

Quellen und weiterführende Informationen

Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V.

Informationen zu Dyskalkulie, Symptomatik, Diagnostik, Früherkennung, schulischer Förderung und Unterstützung für Eltern.