Exekutive Funktionen bei Kindern: Schwierigkeiten erkennen und unterstützen
Mit kostenloser Checkliste für Planung, Selbststeuerung und Organisation
Vergisst dein Kind ständig, was es gerade tun sollte?
Vielleicht kennst du solche Situationen aus eurem Alltag:
Dein Kind soll sich anziehen, die Schuhe holen oder beim Aufräumen helfen. Ein paar Minuten später ist etwas ganz anderes passiert und der ursprüngliche Auftrag scheint vergessen.
Vielleicht braucht es bei bekannten Abläufen immer wieder Erinnerungen. Es weiß eigentlich, was zu tun ist, schafft es aber trotzdem nicht, anzufangen oder mehrere Schritte nacheinander zu erledigen.
Auch kleine Veränderungen können plötzlich schwierig werden. Der Plan ändert sich, etwas dauert länger als erwartet oder eine Aufgabe klappt nicht sofort – und schon ist die Stimmung gekippt.
Bei jüngeren Kindern zeigt sich das oft beim Anziehen, Aufräumen, Warten oder Wechseln zwischen Aktivitäten. Bei älteren Kindern können später Hausaufgaben, Zeitplanung, Schulmaterialien oder größere Aufgaben hinzukommen.
Für Eltern kann das sehr anstrengend sein. Besonders dann, wenn man das Gefühl hat, dieselben Dinge immer wieder erklären oder erinnern zu müssen.
Oft wirkt es so, als würde ein Kind nicht zuhören, absichtlich trödeln oder sich einfach nicht genug bemühen.
Doch hinter solchen Schwierigkeiten können exekutive Funktionen stecken.
Exekutive Funktionen helfen Kindern dabei, ihr Denken und Verhalten zu steuern. Sie werden gebraucht, um eine Aufgabe zu beginnen, mehrere Schritte im Kopf zu behalten, Impulse zu kontrollieren, sich zu organisieren, die Zeit einzuschätzen und flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Schwierigkeiten in diesen Bereichen bedeuten nicht automatisch, dass eine Störung vorliegt.
Wenn dein Kind jedoch immer wieder Probleme mit Planung, Organisation, Konzentration, Impulskontrolle oder dem Beginn von Aufgaben hat und der Alltag dadurch deutlich schwieriger wird, lohnt es sich, genauer hinzusehen.
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Was sind exekutive Funktionen?
Exekutive Funktionen kann man sich vereinfacht wie eine Steuerzentrale für Denken und Handeln vorstellen.
Sie helfen uns dabei, ein Ziel im Blick zu behalten, einen Plan zu machen, störende Impulse zu bremsen und unser Verhalten anzupassen, wenn etwas nicht wie erwartet funktioniert.
Als drei zentrale Bereiche gelten häufig:
Arbeitsgedächtnis
Informationen für kurze Zeit verfügbar halten und sie für die aktuelle Aufgabe nutzen.Impulskontrolle oder Inhibition
Eine spontane Reaktion bremsen und nicht sofort jedem Impuls folgen.Kognitive Flexibilität
Zwischen Aufgaben, Regeln oder Lösungswegen wechseln und sich auf Veränderungen einstellen.
Diese drei Bereiche werden auch von KinderKinder/DGUV als zentrale Teilbereiche der exekutiven Funktionen beschrieben.
Im Alltag hängen damit viele weitere Fähigkeiten zusammen, zum Beispiel:
Planung, Organisation, Aufgabenbeginn, Zeitmanagement, Selbstkontrolle und das Überprüfen der eigenen Arbeit.
Diese Fähigkeiten entwickeln sich über viele Jahre. Deshalb ist es wichtig, immer auch das Alter und den Entwicklungsstand des Kindes zu berücksichtigen. Auch das nifbe weist darauf hin, dass sich exekutive Funktionen im Kindesalter schrittweise entwickeln und durch Erfahrungen, Übung und Unterstützung im Alltag gefördert werden können.
Schwierigkeiten mit exekutiven Funktionen bei Kindern: Welche Anzeichen können auftreten?
Bei jüngeren Kindern können sich Schwierigkeiten zum Beispiel so zeigen:
braucht bei bekannten Abläufen immer wieder Erinnerungen
vergisst einfache Anweisungen kurz nachdem du sie gegeben hast
beginnt Aufgaben nicht, obwohl es weiß, was zu tun ist
verliert bei mehreren Schritten schnell den Überblick
lässt sich leicht von anderen Dingen ablenken
hat Schwierigkeiten zu warten
reagiert bei kleinen Veränderungen schnell frustriert
braucht viel Unterstützung beim Wechsel zwischen Aktivitäten
lässt Aufgaben oder Aufräumsituationen häufig unvollständig
wirkt schnell überfordert, wenn mehrere Dinge gleichzeitig verlangt werden
Bei Schulkindern können zusätzlich solche Schwierigkeiten auffallen:
verliert häufig Schulmaterialien oder persönliche Gegenstände
weiß nicht, womit es bei einer größeren Aufgabe anfangen soll
beginnt Hausaufgaben oder Projekte erst sehr spät
unterschätzt, wie lange eine Aufgabe dauern wird
vergisst Arbeitsaufträge oder einzelne Schritte
hat Schwierigkeiten, Aufgaben zu planen und zu strukturieren
bemerkt eigene Fehler nicht immer selbst
verliert bei längeren oder anspruchsvolleren Aufgaben schnell den Fokus
braucht viel Unterstützung, um Aufgaben selbstständig zu Ende zu bringen
Nicht jedes Verhalten ist in jedem Alter auffällig. Exekutive Funktionen entwickeln sich über viele Jahre, deshalb brauchen jüngere Kinder ganz selbstverständlich mehr Unterstützung als ältere.
Wichtiger als ein einzelner Punkt ist das Gesamtbild:
Wie häufig passiert es?
Wie stark braucht dein Kind Unterstützung?
Tritt es in verschiedenen Alltagssituationen auf?
Und wie sehr beeinflusst es Selbstständigkeit, Lernen oder Familienalltag?
Exekutive Funktionen, ADHS und Autismus: Was ist der Zusammenhang?
Schwierigkeiten mit exekutiven Funktionen können bei Kindern mit ADHS oder Autismus auftreten.
Bei ADHS können zum Beispiel Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, Arbeitsgedächtnis, Aufgabenbeginn, Organisation und Zeitmanagement schwierig sein.
Bei autistischen Kindern können unter anderem Übergänge, Veränderungen, Planung oder flexibles Wechseln zwischen Aufgaben herausfordernd sein.
Aber:
Schwierigkeiten mit exekutiven Funktionen bedeuten nicht automatisch ADHS oder Autismus.
Auch Kinder ohne eine solche Diagnose können in einzelnen Bereichen deutlich mehr Unterstützung benötigen.
Wenn du zusätzlich starke Konzentrationsprobleme, Impulsivität oder andere typische Merkmale beobachtest, kann dir die ADHS-Checkliste für Kinder zusätzliche Orientierung geben.
Wenn zusätzlich deutliche Besonderheiten in sozialer Kommunikation, Routinen oder Flexibilität auftreten, kann auch die Autismus-Checkliste für Kinder hilfreich sein.
Beide Checklisten sind Beobachtungshilfen und ersetzen keine fachliche Diagnose.
Warum vergisst mein Kind Anweisungen so schnell?
Arbeitsgedächtnis bei Kindern
Vielleicht sagst du:
„Zieh deine Schuhe an, hol deine Jacke und pack deine Trinkflasche ein.“
Dein Kind läuft los und kommt kurze Zeit später zurück, ohne Jacke und Trinkflasche.
Das muss nicht bedeuten, dass es dir nicht zugehört hat.
Das Arbeitsgedächtnis hilft dabei, Informationen für kurze Zeit im Kopf zu behalten.
Ein Kind braucht diese Fähigkeit zum Beispiel, um:
• mehrere Anweisungen hintereinander auszuführen
• sich während einer Aufgabe an den nächsten Schritt zu erinnern
• beim Lesen den Anfang eines Satzes im Kopf zu behalten
• Kopfrechnen zu lösen
• Materialien für eine Aufgabe zusammenzustellen
Wenn das Arbeitsgedächtnis stark beansprucht wird, kann ein Kind mitten in einer Aufgabe den Faden verlieren.
Was kann helfen?
Gib bei schwierigen Routinen zunächst nur ein oder zwei Schritte gleichzeitig.
Statt:
„Zieh dich an, putz die Zähne, pack deinen Rucksack und komm nach unten.“
kannst du zunächst sagen:
„Zieh dich bitte an. Danach kommst du wieder zu mir.“
Visuelle Pläne oder kurze Checklisten können zusätzlich entlasten, da nicht alles gleichzeitig im Kopf behalten werden muss.
Warum fängt mein Kind Aufgaben nicht an?
Vielleicht soll dein Kind anfangen, sich anzuziehen, die Spielsachen aufzuräumen oder sich für das Zähneputzen fertig zu machen. Es weiß eigentlich, was zu tun ist, beginnt aber trotzdem nicht.
Bei älteren Kindern zeigt sich das Gleiche oft bei Hausaufgaben oder größeren Aufgaben: Das Heft liegt bereit, der Stift ist da und trotzdem passiert erst einmal nichts.
Der Aufgabenbeginn erfordert mehrere exekutive Fähigkeiten gleichzeitig.
Das Kind muss:
wissen, was die Aufgabe verlangt
entscheiden, womit es beginnt
die benötigten Materialien organisieren
Ablenkungen ausblenden
mit möglicher Frustration umgehen
Deshalb hilft „Fang endlich an!“ oft weniger als ein klarer erster Schritt.
Statt:
„Räum dein Zimmer auf.“
kann es bei einem jüngeren Kind leichter sein zu sagen:
„Leg zuerst alle Bausteine in die Kiste.“
Bei einem Schulkind kann aus „Mach deine Hausaufgaben“ zum Beispiel werden:
„Hol dein Matheheft und schlag die richtige Seite auf.“
Planung und Organisation bei Kindern
Manche Kinder verstehen eine Aufgabe problemlos, haben aber Schwierigkeiten mit allem, was vor und während der Aufgabe organisiert werden muss.
Bei jüngeren Kindern kann sich das zum Beispiel beim Anziehen, Aufräumen oder Vorbereiten auf einen Ausflug zeigen. Das Kind weiß vielleicht, dass es Jacke, Schuhe und Trinkflasche braucht, bekommt die einzelnen Schritte aber nur schwer in die richtige Reihenfolge.
Bei Schulkindern kommen oft weitere Anforderungen hinzu. Zettel verschwinden, Bücher werden vergessen, Materialien liegen an verschiedenen Orten oder bei einem größeren Projekt ist unklar, womit überhaupt begonnen werden soll.
Planung bedeutet unter anderem:
Was ist mein Ziel?
Was brauche ich dafür?
Was mache ich zuerst?
Was kommt danach?
Wie viel Zeit brauche ich?
Habe ich alles erledigt?
Je mehr Schritte eine Aufgabe hat, desto schwieriger kann sie werden. Das gilt für Alltagsroutinen genauso wie später für Hausaufgaben, Schulprojekte oder andere größere Aufgaben.
Warum verliert mein Kind ständig Sachen?
Schuhe, Jacke, Lieblingsspielzeug, Trinkflasche, Stifte, Hausaufgaben oder Sportzeug: Manche Kinder suchen ständig nach Dingen, die sie gerade noch in der Hand hatten.
Wenn Gegenstände ständig verschwinden, kann das mit Schwierigkeiten bei Organisation und Selbstmanagement zusammenhängen.
Hilfreich kann es sein, weniger vom Gedächtnis abhängig zu machen.
Zum Beispiel:
• ein fester Platz für Schuhe und Jacke
• eine feste Kiste für Lieblingsspielzeug oder häufig benutzte Dinge
• beschriftete oder bebilderte Boxen
• ein fester Platz für Schultasche und Hausaufgaben bei älteren Kindern
• eine kurze Checkliste oder ein Bildplan an der Tür
• ein einfacher visueller Ablauf für die Morgenroutine
Solche Hilfen ersetzen die Fähigkeit nicht. Sie schaffen aber eine äußere Struktur, während das Kind lernt, sich zunehmend selbst zu organisieren.
Impulskontrolle bei Kindern
Impulskontrolle bedeutet, eine spontane Reaktion kurz bremsen zu können.
Das ist zum Beispiel nötig, um:
nicht sofort dazwischenzurufen
zu warten, bis man an der Reihe ist
eine Regel einzuhalten, obwohl etwas anderes gerade interessanter ist
nicht sofort auf eine Provokation zu reagieren
bei einer Aufgabe zu bleiben, obwohl etwas anderes ablenkt
Bei jüngeren Kindern entwickelt sich diese Fähigkeit noch stark.
Wenn impulsives Verhalten jedoch sehr häufig auftritt und Kita, Schule, Freundschaften oder Familienalltag deutlich beeinflusst, kann es sinnvoll sein, genauer hinzuschauen und bei Bedarf fachliche Unterstützung einzubeziehen.
Kognitive Flexibilität: Warum sind Veränderungen für mein Kind so schwierig?
Manche Kinder können hervorragend mit einer bekannten Routine umgehen.
Dann ändert sich eine Kleinigkeit und plötzlich funktioniert gar nichts mehr.
Das geplante Spiel fällt aus.
Beim Frühstück gibt es etwas anderes als erwartet.
Der gewohnte Weg ist gesperrt.
Ein Spiel läuft anders als erwartet.
Die Lehrerin ändert den Stundenplan.
Eine Aufgabe muss auf eine neue Weise gelöst werden.
Solche Veränderungen können ganz klein sein und trotzdem eine starke Reaktion auslösen. Kognitive Flexibilität hilft uns, unsere Gedanken und unser Verhalten an neue Situationen anzupassen.
Sie ermöglicht es, zwischen Aufgaben zu wechseln, eine andere Lösung auszuprobieren und einen Plan zu verändern, wenn etwas nicht funktioniert.
Kinder, denen das schwerfällt, können bei unerwarteten Veränderungen besonders schnell frustriert oder überfordert wirken.
Warum hat mein Kind kein Zeitgefühl?
Zeitmanagement bei Kindern
„Wir müssen in zehn Minuten los.“
Für Erwachsene ist ziemlich klar, was das bedeutet.
Für Kinder können zehn Minuten jedoch sehr abstrakt sein. Jüngere Kinder orientieren sich deshalb oft leichter an sichtbaren Abläufen als an Minutenangaben.
Manche Kinder:
• unterschätzen, wie lange Aufgaben dauern
• beginnen zu spät
• verlieren während einer Tätigkeit völlig das Zeitgefühl
• verbringen sehr lange mit einem kleinen Teil einer Aufgabe
• müssen ständig daran erinnert werden, weiterzumachen
Ein sichtbarer Timer, eine Sanduhr oder ein einfacher Bildablauf kann Zeit und Übergänge verständlicher machen.
Selbstregulation: Wenn kleine Schwierigkeiten zu großen Gefühlen führen
Ein verlorenes Spiel.
Das Ende der Spielzeit.
Eine Änderung im Tagesplan.
Eine Aufgabe, die nicht sofort funktioniert.
Ein schwieriges Arbeitsblatt.
Manche Kinder reagieren in solchen Situationen sehr stark.
Selbstregulation hängt mit mehreren Fähigkeiten zusammen. Ein Kind muss wahrnehmen, dass es frustriert ist, einen unmittelbaren Impuls bremsen und eine andere Strategie finden.
Exekutive Funktionen spielen dabei eine wichtige Rolle, auch wenn emotionale Regulation nicht einfach mit den drei Kernfunktionen gleichgesetzt werden sollte. Deutsche Fachquellen beschreiben exekutive Funktionen allgemein als zentrale Prozesse der Selbststeuerung.
Wenn Gefühle sehr stark werden, funktionieren Planung, flexibles Denken und Problemlösen häufig noch schlechter.
In solchen Momenten hilft es oft, das Kind zunächst dabei zu unterstützen, wieder ruhiger zu werden. Danach lassen sich Lösungen meist leichter finden.
Was kann im Alltag helfen?
Kinder mit Schwierigkeiten bei exekutiven Funktionen brauchen häufig nicht einfach mehr Erinnerungen, sondern eine Umgebung, in der weniger gleichzeitig organisiert und im Kopf behalten werden muss.
Erst-Dann-Hilfen nutzen
Besonders jüngere Kinder profitieren oft davon, wenn nur der nächste Schritt sichtbar gemacht wird.
Zum Beispiel:
Erst Spielsachen in die Kiste, dann Buch anschauen.
oder:
Erst Schuhe anziehen, dann nach draußen gehen.
Solche einfachen Erst-Dann-Hilfen können Übergänge übersichtlicher machen und reduzieren, wie viele Schritte ein Kind gleichzeitig im Kopf behalten muss.
Aufgaben in kleine Schritte teilen
Große Anweisungen können schnell überwältigend werden.
Statt:
„Mach dich fertig.“
kannst du sagen:
„Zieh zuerst deine Hose an.“
Danach folgt der nächste Schritt.
Visuelle Pläne verwenden
Ein Tagesplan, eine Morgenroutine oder eine kurze Checkliste kann helfen, weil das Kind jederzeit sehen kann, was als Nächstes kommt.
Das entlastet das Arbeitsgedächtnis.
Einen klaren ersten Schritt geben
Wenn dein Kind nicht anfängt, frage nicht nur:
„Warum machst du nicht weiter?“
Hilfreicher ist häufig:
„Was ist der erste Schritt?“
Wenn das Kind ihn nicht weiß, kannst du ihn gemeinsam festlegen.
Feste Plätze schaffen
Je weniger das Kind jeden Tag neu entscheiden oder suchen muss, desto leichter wird Organisation.
Schuhe, Jacke, Lieblingsspielzeug, Trinkflasche und andere häufig benutzte Dinge können feste Plätze bekommen. Bei Schulkindern gilt das zusätzlich für Schultasche, Hausaufgaben und Schulmaterialien.
Zeit sichtbar machen
Timer, visuelle Zeitpläne und konkrete Zeitabschnitte können Kindern helfen, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie lange etwas dauert.
Routinen wiederholen
Gleichbleibende Abläufe reduzieren die Zahl der Entscheidungen, die ein Kind treffen muss.
Dadurch bleibt mehr mentale Energie für andere Aufgaben.
Praktische Materialien für exekutive Funktionen und Gefühle
Wenn du praktische Übungen und Materialien suchst, die über einfache Alltagstipps hinausgehen, findest du in der Densing Teaching Method Buchreihe das Buch Executive Functioning and Expressing Feelings.
Das Buch enthält visuelle und strukturierte Materialien rund um Organisation, Routinen, Gefühle und alltägliche exekutive Fähigkeiten.
Das Buch ist derzeit nur auf Englisch über Amazon.de erhältlich. Die Übungen sind jedoch mit Bildern und einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitungen aufgebaut, sodass viele Materialien auch ohne perfekte Englischkenntnisse leicht verstanden und gemeinsam mit dem Kind umgesetzt werden können.
Viele Ideen lassen sich außerdem einfach nachmachen und an die Interessen des eigenen Kindes anpassen. So können zum Beispiel vertraute Themen, Lieblingsfiguren oder bevorzugte Aktivitäten eingebaut werden, damit das Kind motivierter mitmacht und die Übungen besser in den eigenen Alltag passen.
→ Densing Teaching Method: Executive Functioning and Expressing Feelings ansehen
Wann sollte ich Unterstützung suchen?
Eine fachliche Einschätzung kann sinnvoll sein, wenn Schwierigkeiten:
über längere Zeit bestehen
in mehreren Lebensbereichen auffallen, zum Beispiel zu Hause, in der Kita oder in der Schule
alltägliche Routinen, Spielen, Lernen oder schulische Anforderungen deutlich erschweren
dazu führen, dass dein Kind kaum Aufgaben selbstständig beginnen oder beenden kann
ständig zu Konflikten bei Routinen führen
Freundschaften oder soziale Situationen beeinträchtigen
dein Kind deutlich frustrieren oder belasten
sehr viel Unterstützung durch Erwachsene erforderlich machen
Ein erster Ansprechpartner kann die Kinderärztin oder der Kinderarzt sein.
Je nach Situation können auch Lehrkräfte, Schulpsychologie, Ergotherapie oder andere entsprechend qualifizierte Fachpersonen einbezogen werden.
Eine fachliche Beurteilung sollte immer das gesamte Kind betrachten und nicht nur einzelne Verhaltensweisen.
Kostenlose Checkliste zu exekutiven Funktionen bei Kindern
Vielleicht erkennst du viele dieser Situationen wieder, weißt aber noch nicht, ob sich ein bestimmtes Muster zeigt.
Die kostenlose Checkliste zu exekutiven Funktionen bei Kindern hilft dir dabei, Beobachtungen aus verschiedenen Bereichen zusammenzutragen. Die Checkliste berücksichtigt sowohl typische Alltagssituationen jüngerer Kinder als auch Anforderungen, die später in Schule und Lernen hinzukommen.
Dazu gehören:
• Aufmerksamkeit und Aufgabenfokus
• Aufgaben beginnen
• Planung und Organisation
• Arbeitsgedächtnis
• Impulskontrolle
• Selbstregulation bei Frustration und Gefühlen
• kognitive Flexibilität
• Zeitgefühl und Zeitmanagement
• eigenes Arbeiten überprüfen
• exekutive Funktionen im Alltag und beim Lernen
So bekommst du ein übersichtlicheres Bild davon, in welchen Bereichen dein Kind möglicherweise mehr Unterstützung benötigt.
Die Beobachtungen können außerdem hilfreich sein, wenn du später mit einer Lehrkraft, Kinderärztin, einem Kinderarzt oder einer anderen Fachperson sprechen möchtest.
→ Kostenlose Checkliste zu exekutiven Funktionen bei Kindern herunterladen
Die Checkliste ist eine Beobachtungshilfe und kein diagnostischer Test.
Häufige Fragen
Warum muss ich mein Kind ständig an alles erinnern?
Ständige Erinnerungen können verschiedene Ursachen haben. Wenn ein Kind jedoch regelmäßig bekannte Abläufe vergisst, Anweisungen verliert oder ohne Erwachsene kaum durch Routinen kommt, können unter anderem Arbeitsgedächtnis, Planung oder Selbstorganisation eine Rolle spielen.
Warum weiß mein Kind, was es tun soll, macht es aber trotzdem nicht?
Zu wissen, was zu tun ist, und eine Aufgabe tatsächlich zu beginnen, sind nicht dasselbe. Der Aufgabenbeginn benötigt Planung, Organisation, Aufmerksamkeit und Selbststeuerung. Deshalb können Kinder eine Aufgabe verstehen und trotzdem Schwierigkeiten haben, anzufangen.
Sind Schwierigkeiten mit exekutiven Funktionen ein Zeichen von ADHS?
Sie treten bei ADHS häufig auf, sind aber nicht gleichbedeutend mit ADHS. Schwierigkeiten mit Planung, Arbeitsgedächtnis oder Impulskontrolle können auch andere Ursachen haben oder ohne eine Diagnose vorkommen.
Kann man exekutive Funktionen bei Kindern fördern?
Kinder können beim Aufbau dieser Fähigkeiten unterstützt werden. Besonders hilfreich sind häufig klare Strukturen, wiederkehrende Routinen, visuelle Hilfen, kleinere Arbeitsschritte und Möglichkeiten, passende Strategien selbst zu üben. Entwicklungs- und Lernprozesse entstehen dabei über längere Zeit und durch wiederholte Erfahrungen.
Was sind die drei wichtigsten exekutiven Funktionen?
Als zentrale Bereiche werden häufig Arbeitsgedächtnis, Impulskontrolle beziehungsweise Inhibition und kognitive Flexibilität beschrieben.
Wann entwickeln sich exekutive Funktionen?
Sie beginnen sich bereits in der Kindheit zu entwickeln und verändern sich über einen langen Entwicklungszeitraum. Deshalb sollte das Verhalten eines Kindes immer im Zusammenhang mit seinem Alter und Entwicklungsstand betrachtet werden.
Quellen und weiterführende Informationen
KinderKinder / DGUV: Exekutive Funktionen und ihre Entwicklung bei Kindern
KinderKinder / DGUV – Exekutive Funktionen
nifbe: Exekutive Funktionen fördern und kindliche Lernprozesse unterstützen
nifbe – Exekutive Funktionen fördern
Wichtel Akademie: Exekutive Funktionen bei Kindern einfach erklärt
Wichtel Akademie – Exekutive Funktionen bei Kindern

